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Donnerstag, 05.04.2007

worst practise: kleiner Calvinismus

Wolfgang Lünenbürger
Gestern haben Alexander Svensson und Marco Maas ihre umfangreichen Recherchen über eine unangehme Fake-Kampagne veröffentlicht, heute hat es schon Spiegel Online in den Mainstream gebracht: Ein "Netz" aus Kunstfiguren, die für ein Parfum eine Art Kampagne machen.

Und gerade weil es so klingt, als ob es handwerklich recht geschickt ist, sei hier numissverständlich gesagt: Dies ist imho ganz klar jenseits der Linie dessen, was - und sei es als Experiment - legitim ist.

Ich finde es absolut richtig, wie Mario Sixtus und Don Alphonso mit den bei ihnen aufgelaufenen werbenden Spam-Kommentaren umgehen: Rechnung schreiben. Mit meinem privaten Blog habe ich so auch schon einmal auf Spammer reagiert und im Impressum, ebenso wie Mario, eine entsprechende Preisliste.

Wir Kommunikationsleute haben im Web 2.0 ohnehin einen eher schweren Stand, unsere Glaubwürdigkeit zu beweisen. Auch darum ist mir so wichtig, dass wir uns wirklich und tatsächlich an unsere Überzeugungen halten und nach ihnen handeln - und also immer offen sagen, wenn wir im Auftrag eines Kunden etwas tun.

Mich ärgert, wenn jemand so eine Aktion fährt, die in den USA Astroturfing genannt würde.

Das geht gar nicht.

Kommentare

Also die eigene Glaubwürdigkeit zu beweisen ist im Web doch immer der erste Schritt für egal was. Und vermutlich meist der schwierigste. Naja, solche Vorfälle sensibilisieren das Publikum halt. Und bringen dem Auftraggeber einen Imageschaden ein, vielleicht. Als PR-Aktion einfach schon vom Handwerklichem her schlecht, brauch man gar nicht philosophisch werden.

Cool...

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