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Mittwoch, 13.12.2006

Diskussion um die neue Pressemitteilung

Wolfgang Lünenbürger
Ich freue mich, dass nicht nur wir uns mit der Frage auseinandersetzen, ob und wie die Pressemitteilung weiter entwickelt werden kann, so dass sie für neue Kommunikationsräume taugt: Auf die Zusammenarbeit mit Thomas Pleil und seinen Studenten freue ich mich. Und die Kollegen von conosco haben gestern ihre erste PM 2.0 online und zur Diskussion gestellt:
Es wird also Zeit, auch etwas an der Form der traditionellen Pressemitteilung zu verändern.
[PR-Kloster » Erste Pressemitteilung 2.0 in Deutschland ]
Und diese Aktion hat einige Fragen aufgeworfen.

Beispielsweise die nach den Adressaten einer solchen Mitteilung. Ich denke, und auch Stefanie Berg sieht es in den Kommentaren zu ihrem Eintrag über ihre PM so, dass diese neue Form die "klassische" Pressemitteilung erstmal nicht ablösen wird, sondern als weiteres Angebot dazu kommt - denn Medienarbeit ist Service.

Zugleich wirft mein bevorzugter RSS-Guru Siegfried Hirsch ebenfalls dort in den Kommentaren die Frage nach der Handhabbarkeit auf. Und hat prinzipisch Recht mit seinen Einwänden, denke ich.

Das stärkt meine Skepsis, ob es reicht, Services wie mymediaroom oder PRX Builder einzusetzen - so wie ja auch ots alleine nicht ausreicht für die bisherige Pressemitteilung. Ich denke, dass die Integration eines solchen neuen "Infoclusters" in den eigenen Webauftritt und den eigenen "News"-Bereich notwendig sein wird.

Das ist glücklicherweise auch die Strategie, die meine US-Kollegen bei der Entwicklung unseres StoryCrafters verfolgt haben: Eine einfache Möglichkeit zu schaffen, die Funktionalitäten, die in der Community auch frei zur Verfügung stehen, in den eigenen Bereich einzubinden.

Mark Pohlmann fragt in seinem Kommentar zu Recht nach Kommentaren - auch in meiner Sicht der Schwachpunkt. Kommentare (und ggf. Trackbacks) sollten möglich sein, sonst geht ein wesentlicher Mehrwert verloren, den das Infocluster haben kann: Die wirkliche Einladung zum Gespräch.

Ich bin gespannt, was wir alle, die wir damit experimentieren, an Erfahrungen machen werden in den nächsten Monaten....

Kommentare

Die Akzeptanz ist sicher ein Kernproblem dieses neuen Formats. Vor ein paar Tagen hat mir eine Journalistin der Rheinischen Post gesagt: ?Wenn Sie sicher sein wollen, dass Ihre Pressemitteilung bei uns gelesen wird, schicken Sie sie per Fax und nicht per E-Mail?. Solange dies ein nicht unüblicher Zustand in deutschen Redaktionsstuben ist, können wir lange mit der "Pressemitteilung 2.0" herumexperimentieren.

Wir verstehen die "Social Media Release" als zusätzliches Serviceangebot. Eine Ablösung der traditionellen Pressemitteilung ist dadurch mittelfristig wohl nicht zu erwarten. Aber PR-Agenturen und Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass sich die Medienlandschaft verändert hat. Es gibt mittlerweile nicht mehr nur die klassischen Print-Journalisten, sondern auch Online-Redakteure und Blogger als Adressaten. Und wenn wenigstens dort die Idee auf fruchtbaren Boden fällt und als besserer Service akzeptiert wird, sind wir schon einen Schritt weiter.

Ja, das denke ich auch - und bin insofern doppelt gespannt, wie sich das Thema entwickelt. Die Dekonstruktion der Pressemitteilung wird auch ihrer alten Form gut bekommen, denke ich: Denn in dieser neuen Form wird sofort offensichtlich, wenn keine "News" in ihr stecken :-)

Ich denke, dass eine SMR schon auf lange Sicht die normale Pressemeldung ersetzen kann und vielleicht sogar sollte. Dadurch werden auf jeden Fall einige Probleme angegangen, die ich in meiner täglichen PR-Arbeit erfahre: das grundsätzliche Problem von Pressemeldungen per Emails, dass es einfach zu viele gibt und sie nur noch schlecht zu den wesentlichen Ansprechpartnern durchkommen. Oder die Tatsache, dass Anhänge an Emails eher unüblich sind.
Darüber hinaus stimme ich Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach zu, dass der Trend in Richtung Angebot von Informationen geht und weniger darum, den Journalisten (oder wem auch immer) Meldungen zu schicken in der Hoffnung, dass sie an den Richtigen geraten und auch gelesen werden. Der Journalist muss nur wissen, wo er sich seine Informationen holt (z.B. per RSS) und da liegt die Herausforderung der PR.
Die Handhabbarkeit sehe ich grundsätzlich nicht als Problem an, das ist eher eine Frage der Gestaltung dieser SMRs. Es passiert doch oft, dass Journalisten zusätzliche Infos suchen und da bietet sich diese Lösung doch geradezu an.
Die fünf Ws, die Siegfried meint, könnte man doch in Form einer Zusammenfassung an den Anfang stellen, wie es ja auch schon bei allen Vorschlägen vorgesehen ist, soweit ich das sehe.
Die Sache geht auf jeden Fall in die richtige Richtung und ich hoffe sehr, dass sich ein neuer Umgang mit Unternehmensmeldungen durchsetzt.

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