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Dienstag, 26.05.2009

Warum ich keine Twittervorträge halte (oder so ähnlich)

Wolfgang Lünenbürger
Ich bin ja nicht sooo selten auf Konferenzen oder gebe Seminare und Workshops. Eines aber mache ich nicht: Vorträge über Blogs oder Twitter oder Facebook halten (etwa "XYZ als Marketingtool" oder so ähnlich). Und das hat einen Grund: Meine Haltung zu den Tools und Plattformen und Netzwerken ist sozusagen agnostisch.

Martin Oetting, den ich als schlauen Denker und wunderbaren Redner (sic) ohnehin sehr schätze, hat das in einem langen, zornigen Blogeintrag (sic) heute früh begründet:
Was man sich stattdessen fragen sollte, ist: welche Austausch- und Kommunikationsmechanismen mit potenziellen oder bestehenden Kunden können unserem Marketing weiterhelfen? Was würden wir am allerliebsten unseren Kunden bieten, ermöglichen, vorschlagen, bereitstellen, damit die kommen, kaufen, wiederkaufen und ihre Freunde mitbringen? Fänden unsere Kunden toll, wenn wir morgens bis nachts für sie zur Verfügung stehen? Fänden sie es super, wenn wir sie die Farben der neuen Produkte mitentscheiden lassen? Würden sie gern mit unseren Technikern über die Produktentwicklung reden? Was wollen unsere Kunden supergern von uns haben, damit sie begeistert sind? Was können wir uns ausdenken, um sie positiv zu überraschen?

[ via: ConnectedMarketing.de: Twitter Marketing ist Unsinn. Es sei denn, man ist Twitter. ]

Mit agnostisch meine ich genau das: Es ist mir auf deutsch gesagt egal, welches Instrument ich einsetze, wenn es dem Ziel dient und hilfreich ist und die Menschen, mit denen ich ins Gespräch kommen will, dort aktiv sind (denn um Gespräche geht es in meiner Arbeit meistens, nicht umsonst nennen wir den Bereich, den ich leite, Online Conversations). Und darum rate ich auch mal von Twitter ab, vor allem, wenn es nur zu einem Broadcastkanal gemacht werden soll. Und darum ist nicht jedes Mal ein Blog das, was in die richtige Richtung führt. Und darum kann auch Wer-kennt-wen auf einmal interessant sein, obwohl meine Freunde das doof und langweilig und featurefrei finden.

Einen Punkt in Martins Blogpost unterstreiche ich doppelt:
[D]amit löst man auch das "Messbarkeitsproblem" - erst wenn man weiß, was man erreichen will, kann man das dann auch messen.

[ via: ConnectedMarketing.de: Twitter Marketing ist Unsinn. Es sei denn, man ist Twitter. ]
In der Tat.

Kommentare

Und was mach ich jetzt? Bin getzwungen worden, bei einem IT-brunch (ganz unzweinullige gruppe) über Twitter zu referieren (15 min oder so) und auch ja die Twitternde Pflanze zu erwähnen

Ich nutze u.a. Twittertools die kommunikationsfördernd wirken, vielleicht sollte man zwischen Automatisierungstools und den Anderen unterscheiden...

Über Twitter als Twitter würde ich ja auch reden :) - aber nicht über Twitter als Kommunikationskanal isoliert, weil ich ihn eigentlich nicht isoliert einsetze.

Mir geht es ja vor allem darum, dass mir zu viele Leute Strategie und Taktik/Kanal verwechseln. Und der Kanal ist mir ja nur insofern wichtig, als er passen muss.

Nun hat sich die Welt 5 Monate weitergedreht und Twitter wurde noch bedeutungsvoller. Ich stimme überein, dass das Kommunikationsinstrument dem Ziel entsprechen muss, allerdings tut Twitter heute genau das. Die Einsetzbarkeit von Twitter für Social Media Marketing und Seeding hat sich durch die Vielzahl von Websites und Software, die Twitter nutzen bzw. verbessern, sowie die Aktivitäten der Nutzer so stark verbessert, dass es heute kein Marketer mehr ignorieren kann. Selbst Marketer mit wenig Web2.0 Kenntnissen können mit Twitter und Derivativen beachtliche Ergebnisse erzielen.
Auch Twitter wird es vermutlich nicht ewig geben, aber heute ist es die beste Plattform für rasche und effiziente Marketing-Kommunikation.

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