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Dienstag, 23.09.2008

Von der Relevanz des Kaffeeklatschs

Wolfgang Lünenbürger
Über einen bestürzenden Eintrag beim Horizont-Blogger Olaf Kolbrück, der sich wie ich wundert, dass das Etikett Kaffeeklatsch von den Teilnehmern einer Posiumsdiskussion negativ gemeint war, bin ich auf die kurze Präsentation mit ein paar Thesen von Thomas Pleil gestoßen, mit dem ich auch schon häufiger zusammen gearbeitet habe und den ich als Gesprächs- und Diskussionspartner sehr schätze:


Kommunikation in Netzen
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Ja, das ist doch klar, mag der eine oder die andere sagen, aber ist es das wirklich?

Wenn neue und sehr intensive Kommunikationsarenen pejorativ als Kaffeeklatsch bezeichnet werden, ist wohl gar nichts klar. Zwar bleibt die Frage nach der Erfolgsmessung, auch wenn wir damit mehrere Schritte weiter gekommen sind in den letzten Monaten - und in der Regel heute am Ende von Projekte sehr genau sagen können, ob sie erfolgreich waren oder nicht. Aber auf reine konsumierte Reichweite zu setzen, ist auch nur noch schwer vermittelbar, oder?
Oder wie mein Sechsjähriger neulich sagte, als wir mit dem Auto in die Stadt fuhren und er um sich herum jede Menge Werbung sah: "Ich hasse Reklame, weil die da immer voll so angeben."
Nicht nur insofern ist dieser Kaffeeklatsch - und so nenne ich Blogs und Social Networks auch immer wieder gerne - oft verdammt relevant (dazu, wie ich das Wort Relevanz sehe, hab ich neulich in meinem privaten Blog was gesagt). Weil da Menschen wie du und ich reden. Was Gold wert ist. Sowohl für unaided research als auch für Mundpropaganda.

Update
Thomas Pleil berichtet in seinem Blog auch noch von der Veranstaltung, die Anlass dieser Betrachtungen hier war.

Kommentare

Lesetipp: Keith Devlin. Das Mathe-Gen. Eines der zentralen Argumente: Die Masse unserer Kommunikation ist Klatsch. Über Freunde, Familie, Themen, die uns interessieren. Und für Mathematiker gehören nun mal eben mathematische Objekte zu diesen Dingen. Das bedeutet auch, dass jeder, der sich für die Mathematik interessiert, diese auch zumindest in Grundzügen verstehen kann, denn es geht nicht um Rechnen und Zahlen, sondern um Muster. Darum geht es auch in der sozialen Welt. Es sind genau die Muster, die wir öffentlich erkennen (Public) und zu denen wir uns verhalten können (in Relation setzen), die uns Orientierung geben und durch die wir Dinge gestalten können. Das ist die Integrationsleistung der Public Relations von Akteuren, und irgendwann schreib ich mal was Schlaues auf den Spuren von Luhmann zu den Public Relations der Gesellschaft ;-) (Vorausgesetzt, ich werde noch schlau genug)

Mehr zum Buch von Devlin u.a. hier: http://www.amazon.de/Das-Mathe-Gen-mathematische-entwickelt-vergessen/dp/3423340088

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